Ein Gletscherparadies

Die Hütte steht auf einer von den eiszeitlichen Gletschern abgeschliffenen Felskuppe. Ein Blick auf die erste Karte der Region von 1861 zeigt, dass die Hüttenfelsen während der Kleinen Eiszeit eisfrei waren, und es wohl schon vorher mehrere tausend Jahre lang gewesen sind. Im Norden reichte die Front des unbenannten Gletschers oberhalb der Hütte als schmale Eiszunge ins Couloir bis unter die Hütte. Im Süden erstreckte sich der (ebenfalls namenlose) Gletscher des Hinter Tierberg als geschlossene Eismasse bis unmittelbar zur Hütte. Bei seinem Rückzug in den letzten 140 Jahren hat dieser Gletscherarm grossflächig frischen eisgeschliffenen Fels freigegeben.

Die ganze Umgebung ist übersät von unzähligen Findlingsblöcken, zum Teil chaotisch, zum Teil – etwa beidseitig des Kamms oberhalb der Hütte – geordnet in Form von Moränenwällen. Diese Blöcke zeigen eine faszinierende Gesteinsvielfalt .

In der Mulde südlich der Hütte hat sich ein kleines Gletschervorfeld gebildet: mehrere Gletscherbäche haben eine Schwemmebene aufgeschüttet, im untersten Teil ist temporär ein See entstanden

Im Aufstieg zur Hütte hat man immer die Bilder des dramatischen aktuellen Gletscherschwundes vor Augen gehabt. Hier, im weitläufigen Gletscherareal oberhalb des Absturzes bis hinauf zur Triftlimmi ist der Rückgang nicht so augenfällig wie in den stirnnahen Bereichen.
©2006 Toni Labhart

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02.05.2012 | 12:17
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