Als zweite SAC-Hütte überhaupt wurde die Trifthütte 2013 mit dem Umweltlabel EU-Ecolabel für den umweltfreundlichen Hüttenbetrieb ausgezeichnet. Was das EU-Ecolabel ist und welche ökologischen Leistungen der Trifthütte hinter dem Label stehen, erfährst Du hier. Wer mehr wissen möchte, findet in der Hütte zusätzliche Unterlagen. Wenn es Dich interessiert, machen wir nach Möglichkeit auch eine kurze Hüttenführung.

Was ist das EU-Ecolabel 

Das EU-Ecolabel, auch EU-Umweltlabel oder EU-Flower genannt, kennzeichnet umweltorientierte Beherbergungsbetriebe. Es hat zum Ziel, die grössten Umweltbelastungen, die im Laufe der drei Phasen des Lebenszyklus von Beherbergungsdienstleistungen entstehen, so gering wie möglich zu halten. Die Kriterien dienen insbesondere folgenden Zielen:

Begrenzung des Energieverbrauchs, Begrenzung des Wasserverbrauchs, Begrenzung der Abfallmenge, bevorzugter Einsatz erneuerbarer Energiequellen und von Stoffen, die weniger umweltschädlich sind, Förderung der Umweltkommunikation und der Umweltbildung. In der Schweiz sind insbesondere alle Jugendherbergen mit dem EU-Ecolabel ausgezeichnet.

Eine Blume für die Trifthütte 

Die Trifthütte wurde nach den Grundsätzen des ökologischen Bauens im Jahre 2007 saniert und mit modernen Haustechnikanlagen versehen. Heute wird die Hütte autark betrieben und basiert für die Heizung und das warme Wasser ausschliesslich auf erneuerbaren Ressourcen. Damit dies möglich ist, sind verschiedene Voraussetzungen erforderlich. Diese sind nachfolgend kurz beschrieben.

Klimagerechtes Bauen

Alpine Hütten sind dem Klima besonders ausgesetzt, da die Wetterextreme viel deutlicher ausfallen als in tieferen Lagen. Klimagerechtes Bauen unter Berücksichtigung aller Wetterelemente, wie Wind, Schneelagen, Sonnenstand und Naturgefahren wie Lawinen oder Murgänge ist unabdingbar.

Die Triftütte steht exponiert auf einem Grat auf einer Höhe von 2‘520 Meter über Meer. Der 1947 erbaute vordere Gebäudeteil mit den Hauptnutzräumen ist nach Süden ausgerichtet. Der Anbau im Norden ist zum Schutz vor Druckwellen der Lawinen tiefer in den Hang gebaut. Das Gebäudedach läuft hier praktisch ebenerdig ins Gelände aus. Alle Nutzräume haben Fensteröffnungen nach Süden, Westen oder Osten. Im Unterschied zu den Schlafräumen sind gute Tageslichtverhältnisse insbesondere im Aufenthaltsraum wichtig. Dieser Raum ist dreiseitig mit Fensteröffnungen versehen. Dadurch wird dieser Raum auch passivsolar optimal aufgewärmt. Der Winterraum im ersten Stock weist ebenfalls ein Südfenster auf. Gleiches gilt für den ein Geschoss tiefer gelegenen Hüttenwartsraum. Damit sind alle Hauptnutzräume optimal zur Nutzung der Wintersonne ausgerichtet. Die Küche ist nach Westen ausgerichtet und profitiert bis Sonnenuntergang von der natürlichen Beleuchtung. Der sommerliche Wärmeschutz ist in diesen Höhenlagen kein Thema, da die Aussentemperatur kaum je über 20 Grad ansteigt. Allfällige Überhitzungen, wie beispielsweise durch Abwärme in der Küche oder bei einer Vollbelegung durch Personenabwärme, können durch Öffnen der Fenster abgelüftet werden. Die Dämmstärken der Gebäudehülle sind den örtlichen Gegebenheiten sowie dem Heizkonzept angepasst. Der Winterraum ist beispielsweise inwändig gedämmt und mit Holz verkleidet. Damit wird verhindert, dass bei einem kurzzeitigen Besuch (eine Übernachtung) die kalten Massivmauern mit viel Speichermasse aufgeheizt werden müssen. Es entsteht mit wenig Holzverbrauch rasch eine angenehme Innenraumtemperatur. Der langzeitig genutzte Aufenthaltsraum ist massiv gebaut. Dadurch kann die in den Wänden gespeicherte Sonnenwärme abgegeben werden.

Stromerzeugung 

Die Trifthütte ist nicht an ein öffentliches Stromversorgungsnetz angeschlossen und funktioniert autark. Dank der geringen Abschattung durch die umliegenden Berggipfel ist die Hütte prädestiniert für Sonnenenergienutzung.

Die Stromversorgung für den eigenen Betrieb erfolgt fast ausschliesslich über die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1830 WP. Die 12 Module mit polykristallinen Siliziumzellen sind nach Südosten ausgerichtet. Solange die Anlage Strom produziert, werden die Verbraucher direkt bedient. Dies bedeutet für uns Hüttenwarte, dass wir auch mal ein zusätzliches Geräte, wie etwa einen Staubsauger in Betrieb nehmen können. Der überschüssige Strom fliesst in 12 Batterien. Bei einer Vollladung reichen die Batterien für fünf Tage aus. Dies allerdings auch nur, weil die Trifthütte im Betrieb weniger Strom braucht als ein durchschnittlicher 4 Personenhaushalt im Tal.

Wärmeerzeugung und Kochen

Die verschiedenen Haustechnikelemente in der Trifthütte sind so konzipiert, dass die Wärmeenergie vor Ort selber produziert werden kann. Je nach Saison werden die Systeme jedoch unterschiedlich betrieben. Der grösste Teil der Wärmeenergie wird über eine thermische Solaranlage mit einem Kombispeicher erzeugt.

Im Sommer und in der Skitourensaison wird das Warmwasser vorwiegend für den Betrieb in der Küche sowie für die Beheizung des Trockenraumes gebraucht. Um auf das energieintensive Schneeschmelzen verzichten zu können, werden im Herbst rund 11 m3 Wasser für den Winterbetrieb eingelagert. In Abwesenheit des Hüttenwarts wird mit der Wärme der Solaranlage das Einfrieren des Brauchwassertanks verhindert. In Notsituationen oder wenn die Solaranlage auf Grund des schlechten Wetters zu lange keine Energie liefert, kann eine Gastherme zur Wassererwärmung eingesetzt werden.
Gekocht wird vorwiegend mit dem Holzofen. Dieser bringt auch die nötige Wärme für den Aufenthaltsraum und die Küche. Die übrigen Räume sind nicht beheizt. In der Zwischensaison kann auch der Winterraum mit einem Holzofen zum Kochen und Heizen befeuert werden.

Wasserversorgung  

Im Sommerbetrieb wird die Wasserversorgung direkt aus einer Bachfassung gespiesen. Im Rahmen der Um- und Anbauarbeiten im Jahre 2007 wurde die Wasserfassung beim Gletscher „Hinter Tierbergen“ neu erstellt.

Der Standort war zuvor zwei Jahre lang beobachtet worden, um sicherzustellen, dass möglichst früh im Jahr fliessendes Wasser zur Hütte geleitet werden kann. Das Wasser ist qualitativ gut, wird aber nicht regelmässig geprüft und weisst daher nicht Trinkwasserqualität auf.
Für die Winterbewartung ist ein Wassertank mit einem Volumen von 11m3 nordseitig direkt an die Hütte angrenzend vollständig unter Terrain installiert. Damit stehen 12-15 Liter Frischwasser pro Übernachtung zur Verfügung. Dies bedeutet für die Hüttenwarte und die Gäste einen sehr sparsamen Umgang mit dem Wasser. Denn ohne Wasser (und im Frühling ohne Schnee zum Schmelzen) kann eine Hütte nicht betrieben werden.

Toilettenanlage und Abwasser  

Die Hütte ist keinem Kanalisationsnetz angeschlossen. In einer Hütte ist der grösste Anteil an Abwasser üblicherweise das Spülwasser der Toiletten. Die Toilettenanlage für die Gäste funktioniert wasserlos. Mit dem System Ecosphere werden Feststoffe und Urin getrennt.

Durch 5-maliges Treten auf Fusshebel wird ein mechanischer Rollteppich angetrieben. Eine Lüftungsanlage sorgt für einen leichten Unterdruck im Fäkalienraum, damit keine unangenehme Geruchsbelästigung im Waschraum auftritt. Den Herren steht zusätzlich ein separat abschliessbares Urinal zur Verfügung. Dank dem System Uridan (non watersystem) erfolgt ein Teil der Abbauleistung bereits im Urinal selber.

Umweltschutz im Hüttenbetrieb  

Die Haustechnik bietet nur das Gerüst für einen ökologischen Hüttenbetrieb. Ebenso wichtig ist die gelebte Philosophie in der Hütte selber. Die Gäste sollen sich hier wohl fühlen. Die Erwartungen an eine alpine Hütte sind heute hoch gesteckt und variieren zwischen einfacher urchiger Hütte und Luxusloge in den Bergen.

Allen ankommenden Gäste gemeinsam ist, dass sie in jedem Fall eine Hütte in einer intakten Naturlandschaft vorfinden möchten.
Wir messen vor allem dem ökologischen Produkteeinkauf, der getrennten Abfallentsorgung, respektive Abfallvermeidung und der umweltschonenden Reinigung einen hohen Stellenwert zu. Daneben ist uns die Information gegenüber den Gästen, aber auch für unsere Mitarbeiter ein wichtiges Anliegen. Über dezent angebrachte Informationen in der Hütte vor allem aber in persönlichen Gesprächen möchten wir zeigen, was es bedeutet eine Hütte nach ökologischen Grundsätzen zu betreiben.
Der Speiseplan orientiert sich an einfachen und gehaltvollen Angeboten. Exotische Produkte oder ausländisches Fleisch sind im Menuplan nicht zu finden. Stattdessen wird, soweit möglich, lokal eingekauft. Die Herkunft der Nahrungsmittel wird offen deklariert und ist für den Gast nachvollziehbar erläutert. Frischwaren werden im Lebensmittelladen in Innertkirchen gekauft. Der Käse wird in den Bauernbetrieben der Umgebung hergestellt und auch durch den Bauernladen bei der Bahnstation verkauft.

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