Faszination Trift

Das Triftgebiet – eine wilde, hochalpine Berg- und Gletscherlandschaft – lädt zu eindrücklichen Bergwanderungen und Touren ein. Unterwegs zu lohnenden Ausflugszielen wie die SAC Trifthütte, lässt sich die Vielfalt der Gesteinsarten und Gebirgsformationen bestaunen. Nachfolgend sind Auszüge zur Geologie und der Gebirgsbildung um die Trifthütte aus den umfangreichen Werken des Geologen Toni Labhart aufgeführt.

Ein Gletscherparadies

Die Hütte steht auf einer von den eiszeitlichen Gletschern abgeschliffenen Felskuppe. Ein Blick auf eine der ersten Karte der Region zeigt, dass die Hüttenfelsen während der Kleinen Eiszeit eisfrei waren und es wohl schon vorher mehrere tausend Jahre lang gewesen sind. Im Norden reichte die Front des unbenannten Gletschers oberhalb der Hütte als schmale Eiszunge ins Couloir bis unter die Hütte. Im Süden erstreckte sich der (ebenfalls namenlose) Gletscher des Hinter Tierberg als geschlossene Eismasse bis unmittelbar zur Hütte. Bei seinem Rückzug in den letzten 140 Jahren hat dieser Gletscherarm grossflächig frischen eisgeschliffenen Fels freigegeben. Die ganze Umgebung ist übersät von unzähligen Findlingsblöcken, zum Teil chaotisch, zum Teil – etwa beidseitig des Kamms oberhalb der Hütte – geordnet in Form von Moränenwällen. Diese Blöcke zeigen eine faszinierende Gesteinsvielfalt.
In der Mulde südlich der Hütte hat sich ein kleines Gletschervorfeld gebildet: mehrere Gletscherbäche haben eine Schwemmebene aufgeschüttet, im untersten Teil ist temporär ein See entstanden.
Im Aufstieg zur Hütte hat man immer die Bilder des dramatischen aktuellen Gletscherschwundes vor Augen gehabt. Hier, im weitläufigen Gletscherareal oberhalb des Absturzes bis hinauf zur Triftlimmi ist der Rückgang nicht so augenfällig wie in den stirnnahen Bereichen.

Ein Gesteinseldorado

In unmittelbarer Nähe der Trifthütte findet man viele schöne und interessante Gesteine.

Unter den Moränenblöcken, die überwiegend vom hinteren Tierberg stammen, fallen die spektakulären Amphibolitmigmatite, aber auch viele verschiedenartige Gneise auf. In der Schwemmebene südlich der Hütte trifft man nicht selten auf Serpentine, deren anstehendes Vorkommen man von der Hütte aus in süd-südöstlicher Richtung als grasgrüne Felspartie erkennt.

Der anstehende Fels bei der Hütte ist ein ganz aussergewöhnliches Material, das auch dem Gesteinskundigen Fragen aufgibt. Das Gestein ist aus ungleich grossen, eckigen, manchmal auch gelängten Stücken zusammengesetzt, ist also eine Art Brekzie. Die Bestandteile sind durchwegs vulkanischer Natur. Es sind als Schlammströme („Lahars“) verschwemmte vulkanische Auswurfprodukte. Ablagerungen, die man in der Fachsprache als Fanglomerate bezeichnet.

In die Hüttenfassade haben die Erbauer (wohl unabsichtlich) eine fast vollständige Musterkollektion der hier erwähnten Gesteine eingefügt. Zusätzlich finden sich hier auch Quader aus Aaregranit, die wohl aus den Moränen des Triftgletschers stammen, der sie seinerseits vom Wyss Nollen oder aus den Bergen des oberen Triftgletschers hertransportiert hat. Diese Hüttenwandsammlung ist geeignet für spielerisches oder ernsthaftes Gesteinsbestimmen, aber auch für ein geologisches Briefing vor oder Debriefing nach der Tour beim Apéro auf der Hüttenterrasse.

Triftgesteine

Geologische Karte map.geo.admin.ch

Erstfeldergneis

Vorkommen: Mährenhorn; Gebiet zwischen Trift Bergstation und Triftgletscherabsturz; Verankerung Triftbrücke; Untergrund Windegghütte.

Aaregranit

Vorkommen: Moränen Triftgletscher; Dammakette; Gelmerhörner.

Vulkanisches Gestein

Vorkommen: Untergrund und Mauern Trifthütte.

Serpentin

Vorkommen: Umgebung Trifthütte; Mauer Trifthütte.

Kalkstein mit Versteinerung (Ammoniten)

Vorkommen: Nordseite Gadmertal; Wendenstöcke.

Marmor

Vorkommen: Schaftelen; Triftschlucht.

Amphibolit

Vorkommen: Maasplanggstock; Hinter Tierberg

© 2006 Toni Labhart

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